Die ätherische Erinnerung kehrt zurück
Mit Season 24 – Ätherische Erinnerung holte Blizzard ein Stück Franchise-Geschichte zurück in den modernsten Diablo-Ableger seiner Zeit: die legendären ätherischen Waffen, deren Optik, Namen, Soundeffekte und sogar die zugrundeliegenden Item-Typen direkt aus Diablo II stammen. Wer Anfang der 2000er den Akt-Boss Diablo gestellt oder in Hell-Schwierigkeit nach perfekten Würfen gefarmt hat, erkennt diese Klingen, Streitkolben und Stäbe sofort wieder. Die Season startete am 23. Juli 2021, nur wenige Tage nachdem Patch 2.7.1 am 20. Juli live ging.
Für die richtige Einordnung ist ein Blick auf die Patch-Timeline wichtig: Das große Begleiter-Rework kam bereits eine Stufe früher mit Patch 2.7.0 und Season 23. Die ätherischen Waffen selbst sind dagegen das Herzstück von Patch 2.7.1. Dieser Artikel bündelt beide Meilensteine bewusst, weil sie zusammen die Spielerfahrung von Season 24 prägten und sich mechanisch ergänzten – Nostalgie auf der Waffe, neue Flexibilität beim Begleiter.
Die Ätheralen sind dabei kein bloßes Cosmetic. Jede einzelne Waffe verbindet nostalgisches Diablo-II-Flair mit handfester Endgame-Power und greift direkt in die Build-Mathematik ein.

21 Waffen – drei pro Klasse
Im Verlauf der Season konntet ihr 21 einzigartige ätherische Waffen sammeln – genau drei pro Klasse über alle sieben Klassen hinweg (Barbar, Kreuzritter, Dämonenjäger, Mönch, Totenbeschwörer, Hexendoktor und Zauberer). Jede Waffe ist dabei weit mehr als nur ein hübsch animiertes Modell, denn sie bündelt drei Effektebenen in einem einzigen Item:
- Sie würfelt einen kräftigen Satz fester Affixe mit hohem Schadens- und Statwert
- Sie trägt eine zufällige legendäre Waffenkraft der jeweiligen Klasse
- Sie bringt zusätzlich eine zufällige passive Klassenfähigkeit mit
Der Glücksfaktor beim Rollen
Weil sowohl die Waffenkraft als auch das Passiv zufällig gewürfelt wurden, war nicht jede gefundene Ätherale sofort ein Treffer für euren Build. Ein Dämonenjäger-Bogen mit der gewünschten Legendärkraft, aber einem nutzlosen Passiv, war nur ein halber Erfolg. Genau dieser Rolling-Charakter sorgte für den klassischen Diablo-Loop: weitersuchen, vergleichen, optimieren – ganz im Geiste des Diablo-II-Vorbilds.
Wie ihr Ätherale findet
Das Drop-System der ätherischen Waffen war bewusst eigenständig gestaltet und unterschied sich klar von allen anderen Item-Quellen im Spiel:
- Sie sind accountgebunden und droppen ausschließlich von Monstern, Truhen und zerstörbaren Objekten
- Sie sind nicht über Kadala oder Kanais Würfel zu bekommen
- Ihre Seltenheit liegt zwischen uralten und urtümlichen Gegenständen
- Sie lassen sich augmentieren, aber nicht handeln, verzaubern, transmogrifizieren, einfärben oder umschmieden
Die Heldentat als Langzeitziel
Wer im Saisonverlauf alle 21 Ätheralen sammelte, erhielt die Heldentat Ätherische Erinnerung – und schaltete damit die Transmog-Optionen aller Waffen dauerhaft frei. Das war der entscheidende Belohnungsanker: Die Waffen selbst blieben saisonal und wanderten nach Season-Ende nicht in den Nicht-Saison-Account, ihr kosmetisches Erscheinungsbild aber blieb euch für immer erhalten. So konntet ihr eure Lieblingsklingen aus Diablo II noch Seasons später auf jedem beliebigen Item per Transmog tragen.
Eine Season, in der das eigentliche Sammelziel nicht Macht, sondern bleibende Erinnerung war – ein cleverer Kniff, der die Nostalgie über das reine Power-Creep stellte.
Das Begleiter-Rework aus Patch 2.7.0
Parallel zur ätherischen Nostalgie stand in dieser Phase das lang ersehnte Begleiter-Rework im Rampenlicht, das mit Patch 2.7.0 eingeführt wurde und seitdem dauerhaft für saisonales wie nicht-saisonales Spiel verfügbar ist. Es zählt zu den folgenreichsten Quality-of-Life-Änderungen der späten Diablo-3-Ära. Die Kernänderungen im Überblick:
- Begleiter besitzen nun 14 Ausrüstungs-Slots: Relikt, Helm, Schultern, Brust, Handschuhe, Armschienen, Gürtel, zwei Ringe, Amulett, Hose, Stiefel, Waffe und Nebenhand
- Die neue Emanate-Eigenschaft lässt euch den vorgesehenen Effekt bestimmter legendärer Kräfte und Set-Boni erhalten, wenn diese auf dem Begleiter ausgerüstet sind
- Unterstützende Buffs – etwa der Heilbonus des Templers oder der Krit-Buff des Schurken – wirken jetzt dauerhaft, auch im Solo-Spiel
- Begleiter sind in höheren Schwierigkeitsgraden deutlich widerstandsfähiger und sterben nicht mehr sofort weg
Was Emanate konkret bedeutet
Die Emanate-Mechanik war der eigentliche Gamechanger. Bestimmte Legendär-Effekte und Set-Boni, die als "emanierend" markiert wurden, wirkten nun von eurem Begleiter aus auf euren Helden – ganz so, als trügt ihr sie selbst. Klassiker wie das Kreis-des-Lebens-und-des-Todes-Set oder bestimmte Aura-Effekte ließen sich damit auf den Follower auslagern. Das gab eurem eigenen Charakter wertvolle Slots zurück, die ihr für offensive Stats nutzen konntet.
Warum das wichtig war
Vor 2.7.0 waren Begleiter im Solo-Push kaum mehr als nette Gesellschaft. Ihre Buffs waren situativ, sie starben in hohen Greater Rifts ständig und ihr Equipment war auf wenige Slots beschränkt. Mit dem Rework und dem Emanate-System wurden sie zu einer echten strategischen Säule: Plötzlich ließen sich Slots für defensive Set-Boni oder Utility-Legendaries auf den Follower auslagern, während der Held selbst auf maximalen Schaden ausgerichtet werden konnte.
Der Meta-Impact von Season 24
In Kombination entfalteten beide Patches eine ungewöhnlich offene Build-Landschaft. Die ätherischen Waffen aus 2.7.1 verschoben Slot-Budgets, weil sie Waffenkraft und Passiv in einem Item bündelten. Das Begleiter-Rework aus 2.7.0 verschob sie ein zweites Mal, weil defensive Aufgaben nun an den Follower abgegeben werden konnten. Das Ergebnis: Builds, die vorher an Slot-Knappheit scheiterten, wurden plötzlich spielbar, und etablierte Spitzen-Builds konnten noch tiefer in den Greater-Rift-Rängen pushen.
Einordnung in die Patch-Geschichte
Season 24 markierte einen Wendepunkt in Blizzards Umgang mit dem alternden, aber treuen Diablo-3-Spielerstamm. Statt jede Season nur neue Zahlen zu drehen, lieferte 2.7.1 mit den Ätheralen ein nostalgisches Sammelevent mit echtem mechanischem Tiefgang. Das Begleiter-Rework aus 2.7.0 wiederum war eine dauerhafte Verbesserung, die alle folgenden Seasons mitprägte. Beide zusammen zeigten, dass Blizzard das Spiel auch in seiner Spätphase noch mit Substanz statt bloßer Routine pflegte – und legten den Grundstein für die saisonalen Themen-Mechaniken, die in späteren Patches wiederkehrten.