News Ultimate Evil Edition für PS4 und Xbox One

Ultimate Evil Edition für PS4 und Xbox One

Wie Blizzard am 19. August 2014 das komplette Diablo III samt Reaper of Souls auf PS4 und Xbox One brachte und damit den Maßstab für ARPGs auf Konsolen setzte.

Am 19. August 2014 veröffentlichte Blizzard die Diablo III: Reaper of Souls – Ultimate Evil Edition und schloss damit eine Lücke, die seit dem PC-Start im Mai 2012 und der Erweiterung Reaper of Souls im März 2014 offengeblieben war: ein vollständiges, konsolengerechtes Komplettpaket des Action-Rollenspiels. Das Bundle erschien zeitgleich für die damaligen Next-Gen-Plattformen PlayStation 4 und Xbox One sowie für die Vorgängergeneration PlayStation 3 und Xbox 360. Erstmals vereinte eine einzige Fassung das gesamte Grundspiel und die komplette Erweiterung – ein Rundum-sorglos-Paket für alle, die Sanktuario lieber vom Sofa aus durchkämmen wollten als am Schreibtisch.

Die Vorgeschichte: Diablo III auf der Couch

Dass Diablo III überhaupt auf Konsolen funktionierte, war 2013 keineswegs selbstverständlich. Die Serie war von Beginn an ein Maus-und-Tastatur-Erlebnis – Klick auf den Boden, um zu laufen, Klick auf den Gegner, um zu schlagen. Im September 2013 wagte Blizzard mit der ersten Konsolenfassung für PS3 und Xbox 360 den Sprung und entwarf dafür ein komplett neues Steuerungsschema: direkte Bewegung über den linken Stick, Angriffe über die Gesichtstasten und – als entscheidende Neuerung – ein Ausweichrollen, das es am PC nie gab. Diese erste Konsolenversion enthielt jedoch nur das Grundspiel bis Akt IV und Stufe 60. Die Ultimate Evil Edition baute auf dieser bewährten Grundlage auf und hob sie auf den Stand der inzwischen erschienenen Erweiterung.

Aus einem Experiment war binnen eines Jahres die definitive Art geworden, Diablo III zu spielen – für viele sogar besser als am PC.

Was im Paket steckte

Die Ultimate Evil Edition bündelte sämtliche Inhalte, die PC-Spieler bis dahin kannten, und brachte sie konsolengerecht zusammen:

  • Akt V und das gesamte Grundspiel der Akte I bis IV
  • Die fünfte Klasse, der Kreuzritter, mit seinem schweren Schild und heiliger Magie
  • Levelaufstieg bis Stufe 70 samt dem überarbeiteten, nun unbegrenzten Paragon-System
  • Der Abenteuermodus mit Kopfgeldern und Nephalemportalen – das Herzstück des Endgames
  • Überarbeitete legendäre Beute mit spielverändernden Effekten, neue Handwerksoptionen und der Mystiker als dritter Handwerker neben Schmied und Juwelier
Damit erhielten Konsolenspieler praktisch denselben Funktionsumfang wie am PC – allerdings ohne das mittlerweile abgeschaltete Auktionshaus. Dieses war am PC im März 2014 endgültig geschlossen worden, weil es das Belohnungsgefühl untergrub: Statt selbst nach Beute zu jagen, kauften viele Spieler ihre Ausrüstung einfach. Die Konsolenfassung kannte dieses Problem nie und setzte konsequent auf das überarbeitete Beutesystem Loot 2.0, bei dem Gegenstände gezielter und klassengerechter fallen.

Next-Gen-Technik: 1080p und 60 fps

Der große Sprung gegenüber den alten Konsolen war die Technik. Auf PS4 und Xbox One lief das Spiel in nativen 1080p mit 60 Bildern pro Sekunde – flüssig genug, dass selbst überfüllte Bildschirme voller Monster, Zaubereffekte und herumfliegender Beute nicht ins Stocken gerieten. Die alten Konsolen mussten sich noch mit 720p und teils schwankenden Frameraten begnügen; die Next-Gen-Fassung dagegen lieferte schärfere Texturen, größere Sichtweiten und vor allem eine rock-solide Bildrate.

Gerade bei einem Spiel, in dem Dutzende Gegner gleichzeitig auf den Spieler einstürmen und die Lesbarkeit über Leben und Tod entscheidet, war diese technische Stabilität kein bloßes Schaufenster-Argument, sondern direkt spielrelevant. Sanktuario auf dem Fernseher zu erkunden fühlte sich damit erstmals nicht wie ein Kompromiss an, sondern wie eine eigenständige, hochwertige Variante.

Wer von PS3 oder Xbox 360 wechselte, konnte seine Helden per Charaktertransfer auf die Next-Gen-Konsole derselben Familie mitnehmen – Fortschritt, Beute und Paragon-Level inklusive. So ging kein einziges Stündchen Spielzeit verloren.

Echtes Online-Mehrspielen

Während die Konsolen schon immer für lokalen Couch-Koop mit bis zu vier Spielern auf einem Bildschirm bekannt waren, ergänzte die Ultimate Evil Edition endlich vollwertiges Online-Mehrspielen. Bis zu vier Helden konnten nun über das Internet gemeinsam metzeln, Portale schließen und Kopfgelder abschließen – und das ließ sich nahtlos mit dem lokalen Splitscreen kombinieren.

Konkret bedeutete das: Zwei Freunde auf einer Couch konnten sich mit zwei weiteren Spielern irgendwo auf der Welt zusammentun, ohne dass die Gruppe künstlich getrennt wurde. Diese hybride Mehrspieler-Lösung war 2014 alles andere als selbstverständlich und machte die Konsolenfassung erstmals voll konkurrenzfähig zur PC-Version, was gemeinsames Spielen anging. Die geteilte Beute, das gemeinsame Vorankommen im Abenteuermodus und die spürbar höhere Schwierigkeit in der Gruppe sorgten für genau die soziale Dynamik, die Diablo seit jeher ausmacht.

Konsolen-Extras und Crossovers

Blizzard spendierte der Fassung mehrere exklusive Eigenheiten, die es so am PC nie gab und die das gemeinsame Spielen zusätzlich würzten:

  • Apportieren (Loot Tossing): Beute ließ sich quer durch die Gruppe werfen – ideal, um Mitspielern gezielt passende Gegenstände zuzuschieben, statt sie über Umwege zu tauschen.
  • Nemesis-System: Besiegte ein Freund einen Elitegegner, konnte ein aufgewerteter Nemesis in das Spiel anderer Spieler einfallen und dort für unerwartete Gefahr und fette Beute sorgen.
  • Exklusive Gegenstände: Auf PlayStation gab es thematische Ausrüstung aus dem Universum von The Last of Us – darunter ein nach Ellie benanntes Set und ein nachgebauter Revolver. Dazu kamen weitere plattformübergreifende Crossover-Items wie kosmetische Flügel und Haustiere.
Diese Extras waren mehr als bloße Spielereien: Das Apportieren wurde zum festen Bestandteil der Koop-Kommunikation, und das Nemesis-System brachte ein leichtes, aber reizvolles Online-Element in ein ansonsten weitgehend kooperatives Spiel.

Kritik und Aufnahme

Die Fachpresse und die Spielerschaft nahmen die Ultimate Evil Edition durchweg begeistert auf. Gelobt wurden vor allem die präzise Controller-Steuerung, das spürbar bessere Beutegefühl ohne Auktionshaus und der schiere Umfang des Pakets. Die Konsolenfassung galt schnell als eine der besten ARPG-Umsetzungen überhaupt – ein Ruf, der bis heute Bestand hat. Dass Blizzard das Steuerungskonzept seit der ersten Konsolenversion 2013 weiter verfeinert hatte, zahlte sich aus: Das Ausweichrollen verlieh den Kämpfen eine eigene, fast actionspielartige Dynamik, die viele PC-Veteranen überraschte.

Die Brücke zu späteren Versionen

Die Ultimate Evil Edition war kein Endpunkt, sondern ein Fundament. Sie bewies, dass Diablo III auf Konsolen nicht nur funktionierte, sondern hervorragend funktionierte – und ebnete damit den Weg für die spätere Diablo III: Eternal Collection, die zusätzlich das Paket Rise of the Necromancer integrierte und schließlich sogar auf die Nintendo Switch kam. Viele der hier eingeführten Ideen, von der hybriden Koop-Lösung bis zum gefeilten Controller-Layout, prägten das Konsolen-Design der gesamten Reihe und flossen in Form gut durchdachter Controller-Unterstützung später auch in Diablo IV ein.

Für unzählige Spielerinnen und Spieler war diese Edition der erste Kontakt mit Diablo III – und ein Beleg dafür, dass sich das Loot-Gemetzel auch auf dem Sofa erstklassig anfühlt. Wer heute auf die Konsolengeschichte der Reihe zurückblickt, kommt an diesem Meilenstein vom August 2014 nicht vorbei.

Quelle: Blizzard Entertainment

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